ONE WORLD ist meine Antwort auf die Idee einer gemeinsamen Welt und einer symbolischen Verbindung zwischen Orten, Menschen und Erfahrungen. Ausgangspunkt des Projekts ist eine emissionsfreie Fahrradreise, deren Ziel es war, Polen und Deutschland durch eine reale, körperlich erfahrene Linie miteinander zu verbinden.
Der erste Schritt des Projekts war eine physische Reise mit dem Fahrrad. Sie ist nicht nur eine Fortbewegung von einem Ort zum anderen, sondern eine symbolische Geste: eine Linie, die durch Körper, Bewegung, Zeit, Anstrengung und Orientierung entsteht. Die Strecke wird dabei zu einem persönlichen und zugleich geografischen Zeichen.
Die Reise wurde als GPS-Spur, fotografische Dokumentation und durch einzelne Punkte entlang des Weges festgehalten. Daten, Koordinaten, Bilder und kleine materielle Spuren bilden zusammen eine Dokumentation der Bewegung durch Landschaft, Städte und Grenzräume.
Während dieser Reise entstanden drei Artefakte / Punkte: Legnica, die Grenze Zgorzelec–Görlitz und Nünchritz. Jeder dieser Punkte besitzt eigene GPS-Koordinaten und ist Teil der aufgezeichneten Strecke. Sie markieren nicht nur Orte auf einer Karte, sondern Momente einer realen Erfahrung.
Der zweite Schritt des Projekts ist die Übertragung dieser Reise in eine visuelle Form. Die gesammelten Spuren — Route, Koordinaten, Fotografien und Artefakte — werden in ein malerisches Triptychon auf Leinwand sowie in eine Website mit digitaler Projektdokumentation übersetzt.
Das Projekt verbindet damit eine reale körperliche Handlung mit einer späteren künstlerischen Bearbeitung. Die Fahrradreise wird zu Bild, Datenspur und Dokumentation. So entsteht eine symbolische Verbindung zwischen Polen und Deutschland — und zwischen einer tatsächlich zurückgelegten Strecke und ihrem visuellen Nachklang.
Die Route zeigt den tatsächlichen Verlauf des ersten Projektabschnitts. Sie führte von Legnica in Richtung Wuppertal und wurde als GPS-Spur aufgezeichnet. Sie ist nicht nur eine technische Karte der Fahrt, sondern ein Dokument einer körperlichen Handlung: Bewegung, Zeit, Distanz und Orientierung im Raum.
Die GPS-Aufzeichnung bildet eine eigene Ebene der Arbeit. Die Linie zeigt den mit dem Fahrrad zurückgelegten Weg und übersetzt zugleich eine reale Erfahrung in Daten: Koordinaten, Punkte, Entfernungen und ein Höhenprofil.
Die physische Fahrt dauerte zwei Tage und endete in Nünchritz nach etwa 247 Kilometern. Dieser Punkt wird nicht als zufälliges Ende verstanden, sondern als tatsächliche Grenze des ersten Projektabschnitts. Die geplante Linie trifft hier auf die reale Erfahrung der Reise.
Die Visualisierung zeigt den Verlauf der Fahrt, die Distanz, das Höhenprofil und die Grenzpunkte: den Start in Legnica, den Grenzübertritt im Bereich Zgorzelec und Görlitz sowie den Endpunkt der Route in Nünchritz.
Die Route ist eine digitale Aufzeichnung der Handlung und zugleich das Grundgerüst des gesamten Projekts. Aus dieser Linie entstehen die weiteren Artefakte, Fotografien, Koordinaten und die spätere malerische Bearbeitung. Der Weg wird zum Bild, und die GPS-Spur wird zu visuellem Material.
Die GPX-Datei kann unten als Dokumentation des tatsächlichen Verlaufs der Reise heruntergeladen werden. Sie erlaubt es, die Route nicht nur als Karte zu lesen, sondern als Spur einer konkreten Geste: einer emissionsfreien Fahrradreise als symbolische Verbindung zwischen Polen und Deutschland.
Die Malerei bildet den zweiten Schritt des Projekts. Die aufgezeichnete Fahrradreise wird nicht als Illustration wiedergegeben, sondern in eine eigene Bildsprache übertragen. GPS-Daten, Koordinaten, gesammelte Artefakte und der Verlauf der Route werden zu Linien, Zahlen, Flächen und Spuren auf der Leinwand.
Die Arbeiten entstehen aus dem Versuch, eine reale Bewegung zwischen Polen und Deutschland in ein malerisches System zu übersetzen.
Das Triptychon besteht aus drei Arbeiten im Format 150 × 50 cm. Jede Leinwand zeigt einen anderen Aspekt derselben Reise: materielle Fundstücke, verdichtete Koordinaten, Fragmente der Strecke und die Erinnerung an körperliche Bewegung.
Zahlen erscheinen hier nicht nur als Daten. Sie werden zu Rhythmus, Struktur und Zeichen. Die Route verliert ihre rein kartografische Funktion und wird zu einem Bildraum.
In diesem Moment wird das Projekt zu einer malerischen Antwort auf die Idee von ONE WORLD. Die Koordinaten, die zunächst präzise Punkte auf der Karte markierten, beginnen sich zu verwischen. Ebenso verwischen sich die Grenzen: zwischen Polen und Deutschland, zwischen Route und Bild, zwischen Dokumentation und malerischer Geste.
Einige Koordinaten wurden von eingeladenen Künstlern handschriftlich ergänzt: Frank N, Pablo Pupiro Mercado und Andreas Landrock. Dadurch wird die persönliche Reise um kleine Spuren anderer Beteiligter erweitert.